Keine Zeit und Zeitdruck

Wer denkt er hat keine Zeit, sollte sich rasch von diesem Zeitdruck befreien

«Ich weiss, dass mir ein Coaching helfen würde, aber ich kann dafür im Moment wirklich keine Zeit frei kriegen», sagte der Interessent Roland B. und verabschiedete sich mit dem Hinweis, er werde sich ganz sicher bei mir melden, sobald sich die Situation normalisiert hätte. 

Ich rechnete nicht damit, wieder von ihm zu hören und fragte mich einmal mehr, was Menschen damit meinen, wenn sie sagen, keine Zeit zu haben.

Was passiert mit Roland B. im Moment gerade, dass er keine Zeit hat?

Sieht er vor lauter Bäume den Wald nicht mehr?

Hat er ein erfülltes Leben, dass seine Leidenschaft diesen Zeitdruck auslöst?

Wohin ich meinen Blick auch richte, es wird sein Geheimnis bleiben.

Das Gespräch ist kostenfrei und dauert 45 Minuten

Ein ganzes Leben und doch keine Zeit

Ein durchschnittliches Arbeitsleben dauert heute etwa 42 Jahre. Wenn Sie voraussichtlich während 250 Tagen pro Jahr, 8 Stunden täglich ihrer Arbeit nachgehen, kommen ganze 84.000 Arbeitsstunden auf sie zu.

Viele Menschen verbinden Beruf und Leidenschaft soweit, dass sie täglich nicht 8h arbeiten, sondern dauerhaft 2 Stunden obendrauf legen. Sie arbeiten also nicht nur 84.000 Stunden, sondern 105.000h, oder in Summe 21.000h mehr.

Zeit ist ein höchst schützenswertes und persönliches Gut – zumindest in einer demokratischen Gesellschaft wie wir sie gerade erleben, steht diesem freiheitlichen Anspruch nichts im Wege.

Sie können mit ihrer Zeit tun und lassen was sie wollen.

Eine Frage, die sie sich aber beantworten müssen, wenn sie bewusst 21.000h mehr als vorgesehen arbeiten, woher nehmen sie sich diese zusätzlichen Stunden? 

  • Wollen sie während 42 Jahren täglich nur 6.5h statt die gesundheitlich wichtigen 8h schlafen? Also ihre Gesundheit mit der Mehrarbeit belasten?
  • Oder wäre es ihnen lieber, auf persönliche Freizeit zu verzichten und 21.000h weniger in ihr Hobby zu investieren? Gibt ihnen ihre Freizeit wirklich so wenig, dass sie sich auf diesen Deal einlassen möchten?
  • Oder gehören sie zu denen, die ihren Kindern einfach mal 10.000h Elternzeit vorenthalten und die verbleibende Zeit leicht übermüdet und gereizt für sie da sind?

Sie sehen, diese Rechnung könnte ad absurdum weitergeführt werden. Und bei jedem Beispiel würden Einwände kommen wie «bei mir ist das kein Problem» oder «das ist nur vorübergehend so, danach wird es besser». Aber es geht mir an der Stelle auch gar nicht darum, ihren Zeitdruck zu bewerten oder verurteilen. Vielmehr möchte ich ihre Aufmerksamkeit dafür wecken, ihre Antennen schärfen, wie viel Zeit eigentlich vorhanden ist und was sie damit tun können – oder eben nicht.

«Was denken sie was passieren muss, damit sie Zeit für ein Sparring finden»? fragte ich den Interessenten Roland B. bei unserem Gespräch.

«Nun wissen sie» sagte er, wir stecken aktuell gerade in einem Strategieprojekt und dafür benötige ich meine ganze Aufmerksamkeit. Der Verwaltungsrat möchte die Strategie bis 2023 umgesetzt haben. Sobald dieses Projekt abgeschlossen ist, sollte es aber besser werden.

Da war er, der beste Freund zeitloser Menschen, der Konjunktiv. «Es sollte besser werden.»

Gerne hätte ich Roland B. an der Stelle erläutert, dass Strategie nichts ist, was irgendwann endet, sondern ein immerwährender Prozess eines Unternehmens ist. Stattdessen ermunterte ich ihn dazu, frühzeitig ein Sparring ins Auge fassen, damit sein aktuelles Projekt ebenfalls davon profitieren kann.

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir keine Zeit haben?

Wer dauerhaft keine Zeit hat, wird von seiner Gesundheit darauf aufmerksam gemacht

Grundsätzlich steigt bei Zeitdruck die Ausschüttung von stressbedingten Hormonen. Denn es geht nicht an uns vorbei, dass wir «eigentlich» andere Dinge tun wollten, als wir tatsächlich tun.

Sie landen unweigerlich in einem Hamsterrad. Denn unser natürlicher Reflex ist, Dinge schneller zu machen, damit am Schluss vermeintlich Zeit übrigbleibt. Natürlich ist das eine Illusion, es bleibt nie Zeit übrig. Aber da erzähle ich Ihnen nichts neues, das haben wir alle schon mal erlebt. 

Seit Jahrzehnten ist unsere Gesellschaft in einem Optimierungswahn.

Unternehmen und Führungskräfte beschäftigen sich mit Effienzsteigerungsprojekten und die fortschreitende Digitalisierung- und Automatisierung verspricht weitere Zeiteinsparung. Die Bilanz dieser Bemühungen sind nüchtern betrachtet Sand in die Augen gestreut.

Nie sagten mir meine Kunden vermeintlich öfter, sie hätten keine Zeit, als während den letzten Jahren.

Bei diesem Zeitdruck liegt es auf der Hand, dass die Unzufriedenheit grösser wird und die Laune sich verschlechtert. Und irgendwann beginnt es vom oberflächlichen- zum echten Problem zu werden. Ab dem Punkt beginnt der schleichende Schaden an Körper und Geist. Und wenn es ganz blöd läuft, ist irgendwann der Ofen ganz aus. Und es geht nichts mehr.

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Zeitmanagement als Kompetenz für starke Geschäftsführung

Wer von uns kennt nicht mindestens einen Menschen, der uns bei jedem Treff erzählt: «Im Moment bin ich gerade im Stress und habe keine Zeit, aber sobald dies und jenes…».
 
Kennen Sie das?

Ich nenne dieses Muster das Generalprobesyndrom.

Menschen, die ständig unter Zeitdruck sind und sich einreden, irgendwann würde das Leben dann angenehmer. Menschen, die ihr Leben so leben, als hätten sie mehrere davon noch in Reserve.

An dem Punkt bin ich jeweils so direkt und enttäusche meine Kunden. Das Leben ist nie angenehmer als jetzt. Und es wird voraussichtlich auch ihr einziges sein.

5 Dinge die Sie in Ihrem Leben unbedingt tun sollten

Die Australierin Bronnie Ware ist eine Palliativpflegerin für Todkranke. Sie hat unzählige Menschen in den Tod begleitet. Sie hörte den sterbenden Menschen während Wochen, Tagen und Stunden zu und schrieb darüber das Buch 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Für sich selbst hatte Bronnie Ware daraufhin entschieden, dass sie nur noch das macht, was sie wirklich will. "Ich weiss ja, was ich sonst auf meinem Sterbebett bereue", sagt sie.
 
Die Erzählungen und Erfahrungen dieser unzähligen Geschichten zeichnen ein erschreckend klares Bild, was passiert, wenn man seine Zeit für Dinge aufwendet, die nicht zum eigentlichen Lebensglück, zur persönlichen Erfüllung beitragen. 

Sie fasste die fünf meistgenannten Dinge wie folgt zusammen:

1) Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.

Also nicht ein Leben für andere Menschen, Vorgesetzte, Aufsichtsräte, Systeme oder Organisationen leben, sondern sein eigenes.

2) Ich wünschte, ich hätte nicht soviel gearbeitet.

Ich gehe nicht davon aus, dass all diese Menschen bei Bronnie Ware überarbeitete Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer waren. Womit man annehmen darf, eines Tages erscheinen uns in unserem Leben bereits 84.000 Stunden Arbeit als viel, ohne diese noch leichtfertig zu erhöhen.

Ich hoffe Sie bekommen nicht Eindruck, ich gegen Arbeit und die daraus ziehende Freude argumentieren. Ich möchte ihnen lediglich den Impuls geben, ihre Zeit bewusst als kostbares Gut wahrnehmen und nicht dauerhaft und unüberlegt für Dinge einsetzen, die kaum positive Erinnerungen hinterlassen.

3) Ich hätte mir gewünscht, mehr Mut gehabt zu haben, meine Gefühle auszudrücken.

Ich stelle mir gerade vor, wie mutig Roland B. sein müsste, um seinem Verwaltungsrat klar zu machen, dass er seine Gesundheit, seine Familie, seine persönlichen Leidenschaften nicht vernachlässigen möchte, damit sie ihren Aktionären von erfolgreichen Projekten berichten können.

Gerade in solchen Momenten kann ein Sparring-Partner eine gute Hilfestellung sein. Ich habe bereits in einem früheren Artikel beschrieben, wieso jeder einen Sparring-Partner braucht.

Sich im Team so vorzubereiten, damit eine klare Entscheidung, im richtigen Zeitpunkt bestand hält und nicht zum Feind der eigenen Lebensqualität wird.

Das Gespräch ist kostenfrei und dauert 45 Minuten

4) Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.

Gut möglich, dass diese Menschen während Lebzeiten nicht erkannt haben, dass Beziehungen und Freude die tragende Säule eines glücklichen Lebens sind. Dafür keine Zeit zu haben, wird sich immer rächen.

5) Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was Menschen davon abhält, sich die Erlaubnis zu geben glücklich zu sein?

Der innere Drang ‘erfolgreich sein zu müssen’ könnte dafür verantwortlich sein. Wer ständig den Erfolg vor Augen sieht, sich, aber niemals zugesteht ihn bereits erreicht zu haben, verzichtet unbewusst darauf, wirklich glücklich zu sein.

Geschichte des Gelingens, statt keine Zeit zu haben

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, wie ich hätte Roland B. in seiner Situation helfen können?  

Einfach weniger Zeit für sein Projekt einsetzen hätte ihm das Gefühl gegeben, sein Ziel nicht zu erreichen und wäre ein denkbar schlechter Tipp gewesen.

Eine Geschichte des Gelingens hätte damit starten können, mal dorthin zu schauen, wo es Roland B. noch nicht getan hat.

  • Zu sehen, was ihm in seinem Leben wichtig ist?
  • Welche Ziele er warum erreichen möchte?
  • Vielleicht auch zu klären, wen es stören würde, wenn er einfach seine Zeit zu seinen eigenen Gunsten aufteilen würde?
  • Oder fragen, warum es genau seine Stunden für dieses Projekt braucht?

Eine erfolgreiche Sparring-Partnerschaft bedeutet für Führungskräfte Klarheit und Ausrichtung zu gewinnen. Gemeinsam stärker werden, statt alleine zu kämpfen. Bei 4 Stunden pro Monat, wenden sie bescheidene 2% ihrer Arbeitszeit für eine Partnerschaft auf Augenhöhe auf, die keine Zeit kostet, sondern ihre Ergebnisse verbessert und ihre Zeit lebenswerter macht.

Das Gespräch ist kostenfrei und dauert 45 Minuten

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